Leben/Tod in der Stadt Zug
Abstract
Im Fokus meiner Arbeit steht der Gegensatz Leben und Tod. Mein Ziel ist es, an verschiedenen Beispielen den Gegensatz Leben und Tod darzustellen. Und zwar nicht auf den Tod bzw. Leben eines Menschen bezogen, sondern wo man dem sonst noch begegnet im Alltag, in der Stadt Zug. Mein Medium ist dabei die Fotographie. Dabei möchte ich so viele Beispiele, wie möglich finden, fotografieren und sie interpretieren.
Prozess
Ausgangslage:

Direkt in der ersten Lektion kam mir der Überbegriff Gegensätze in den Sinn. Ich schrieb mir also viele Gegensätze auf mein Moodboard und fing im Kopf an zu überlegen, für welchen ich mich entscheiden sollte.
Ich konnte mich am Anfang noch nicht fix entscheiden, also fing ich an mit kalt und warm beziehungsweise Winter und Sommer. Ich skizzierte zwei Bäume. Einer hat keine Blätter der andere schon.
Ich wollte aber fotografieren. Und der Gegensatz überzeugte mich auch nicht. Also überlegte ich mir einen anderen Gegensatz.
Persönlicher Kontext:
Als es diesen Frühling einmal ein sehr heftiges Gewitter gab, gingen viele Bäume kaputt. Unter anderem der Mammutbaum vor unserer Haustür. Ich war sehr beeindruckt von der Kraft der Natur aber natürlich auch ein bisschen traurig, da dieser Baum uns im Sommer immer Schatten spendierte und schon mein ganzes Leben lang existierte. Ein paar Tage später mussten sie ihn leider sogar komplett fällen.
Auf der anderen Seite des Hauses gibt es noch einen zweiten Mammutbaum. Dieser überlebte das Unwetter glücklicherweise und als ich an ihm vorbeilief, und über die Semesterarbeit dachte, kam mir auf einmal der Gegensatz Tod und Leben in den Sinn. So machte ich meine ersten Fotos. 
Da ich Fussball spiele und mehrmals pro Woche auf dem Fussballplatz bin war ich erschüttert, als plötzlich der Kunstrasen Platz renoviert werden musste. Das hiess, dass weniger Teams Platz hatten, um zu trainieren. Ich dachte mir, das ist der perfekte Gegensatz. Das Lebendige des Fussballplatzes, wo Menschen sich treffen, um zu trainieren und zu spielen. Und die tote Baustelle, wo man nichts als Steine sieht. Keine Lebensfreude und keine lachenden Kinder mehr. Doch was auch spannend ist, ist das aus dieser Baustelle wieder leben entsteht. Nämlich ein neuer Fussballplatz.
Gesellschaftlicher Kontext:
Der Gegensatz zwischen Leben und Tod ist allgegenwärtig und doch spricht man nicht oft darüber. Wir Menschen haben angst vor dem Tod. Doch der Tod findet man nicht nur bei Grabsteinen auf Friedhöfen, sondern praktisch überall. Die Natur braucht den Tod, um neues Leben zu schaffen. Ständig sterben Pflanzen, um als Futter zu dienen oder um Platz für neue Pflanzen zu machen. So ist die Natur immer im Gleichgewicht. 
Doch jetzt kommt der Mensch ins Spiel. Wir haben so viel Macht, dass wir das Gleichgewicht auseinanderbringen können. Wir Menschen können durch unsere Baustellen die ganze Natur auf einmal zerstören. Zurück bleibt nur noch totes Material. Doch die Natur gibt nie auf. Sie kämpft sich immer wieder zurück und wir müssen uns immer wieder ihr stellen, oder sogar versuchen mit ihr zu arbeiten. Wie man auf dem Bild sieht, war diese tote Wand ein Hindernis für die Natur, doch irgendwie schaffte es dieser Farn durch nur eine kleine Lücke hindurchzuwachsen und das Leben wieder hineinzubringen.
Die beiden Schnecken, die ich fotografierte zeigen ziemlich brutal, wie die Natur sich verhält. Nur der stärkere kann überleben, die schwächeren sterben. Das gehört auch zum Leben und Tod dazu.
In einer Wiese fand ich Weizen, was später zu Brot wird, und das Essen repräsentiert. Zusammen mit dem Wasser ist das die Grundlage für uns Menschen, um zu leben.
Doch das Wasser hat einen weiteren Kontext. Alles braucht Wasser zum Überleben, doch zu viel ist wiederum tödlich. Dasselbe mit der Sonne, die die Wärme repräsentiert. Wenn es zu heiss ist, ist das tödlich für alles, was existiert. Doch im richtigen Masse ist es nötig, dass leben existieren kann. Deshalb waren diese beiden Bilder im Zentrum, meiner Arbeit, weil sie die Grundlage für Leben und Tod sind. Ohne sie gäbe es beides nicht.
Probleme und Lösungen:
Mein grösstes Problem war es am Anfang einen guten und spannenden Gegensatz zu finden, der auch einen Gesellschaftlichen Kontext oder einen persönlichen Kontext enthält. Doch dank einem Zufall hatte ich eine gute Idee. Weitere Probleme waren, die Fotos scharf auf den Laptop zu bekommen. Per WhatsApp war die Qualität leider immer schlecht. Doch die Lösung war es die Fotos einzeln per Mail zu schicken. Ein weiteres Problem war, dass ich zu viele Bilder hatte. Ich musste mich sehr beschränken und nur die besten in meine Arbeit einbauen. Das letzte Problem war die Frage, wie ich die Bilder anordnen sollte. Doch dank Photoshop und ein bisschen rumexperimentieren brachte ich es hin sie schön anzuordnen.
Fazit
Ich bin sehr zufrieden mit meiner Arbeit. Ich denke meine Bilder repräsentieren den Tod und das Leben ziemlich gut. Die Bilder, wenn man sie alle auf einmal sieht, laden sehr stark zum Nachdenken ein und man sieht, dass es nur schon in einer kleinen Stadt viele Aspekte von Leben und Tod gibt. Meine Arbeit zeigt nicht das klassische Szenario von dem Leben nach dem Tod, sondern andere Aspekte, die die Natur und den Menschen betreffen. Ich denke auch ich habe viel im Bereich Fotografie gelernt, was zum Beispiel den Fokus von Fotos betrifft. Ich habe sicherlich auch bei Photoshop fortschritte gemacht, denn viele Sachen und Tools kannte ich gar nicht oder hatte ich wieder vergessen, wie sie funktionieren.