Life
Ein Stop-Motion-Film

Sara Farner BG 5D Juni 2023

Abstract

Als mein BG-Projekt wollte ich einen Stop-Motion-Film aus gefilzten Materialien kreieren. Der Film soll den Betrachter auf eine Reise mitnehmen. Man betrachtet das Leben einer kleinen Pflanze, deren Leben, kaum hat es begonnen, auch schon wieder zu Ende geht. Der Film geht auf die kindliche Neugierde, aber auch auf Vernachlässigung ein. Double Click to Edit

Ausgangslage, Themenfindung und Kontext

Um das BG-Projekt zu starten, galt es als erstes, ein gutes Thema zu finden. Zuerst schwankte ich zwischen den Ideen Angst, Kindheit und Vernachlässigung. Doch schliesslich kamen mir immer wieder Bilder von pflanzenähnlichen Kreaturen in den Sinn. Ich stellte sie mir als neugierige, unschuldige, aber auch hilflose Wesen vor. Wie sieht so eine erste Sicht aufs Leben aus? Was passiert, wenn sich niemand um diese Pflänzchen kümmert? Ich wollte diese Vision weiterentwickeln. Mit einem Moodboard / Mind-Map sammelte ich alle meine Gedanken.
Und somit kam ich auf die Idee, meinen Film entweder mit einer 2D-Animation oder einem Stop-Motion-Film darzustellen. Schlussendlich entschied ich mich dafür, einen Film aus Filzfiguren zu machen. In meinem Film wollte ich auf das Leben als Reise eingehen. Und was passiert, wenn solch ein Leben vernachlässigt wird. Diesen Kontext nahm ich auch aus meinem eigenen Leben. Aus persönlichen Erfahrungen weiss ich, dass ein Leben schnell enden kann. Eine Blume sollte heranwachsen. Sie betrachtet die Welt mit kindlicher Neugierde. Sie wird immer wieder von einer Giesskanne gegossen, bis diese eines Tages einfach aufhört die Blume mit Wasser zu versorgen. Die Blume verwelkt und stirbt.

Prozess

Ich hatte mein Thema und mein Kunstmedium gewählt. Nun begann der schwere Prozess der Verwirklichung des Ganzen. Ich begann mit dem Designen des Pflanzenkörpers. Die Blume sollte expressiv sein. Also musste sie Gesichtsausdrücke haben. Ich machte mich daran, verschiedene Variationen zu zeichnen.
Danach gestaltete ich die restliche Blume und legte schon einzelne Farben fest.
Nun ging es an das Eingemachte. Ich formte den Körper aus Chenillendraht und wickelte diesen dann mit Wolle ein.
Mit einer Filznadel filzte ich die Wolle dann fest an ihren Platz. Dies erwies sich als schwierig, weil die Nadel immer wieder zwischen dem Draht hängen blieb. Fingerkappen schützen mich zum Glück davor, mir in die Finger zu stechen.
Ich ergänzte die Blätterarme noch mit Details und schon hatte ich nach viel Arbeit meinen ersten Blumenkörper.
Als nächstes machte ich mich an die Köpfe und die Blume. Die Köpfe brauchten sehr viel Zeit. Zuerst musste ich lauter grüne Kugeln filzen. Auf diese klebte ich dann Magnete, so dass ich sie auf dem Blumenkörper austauschen konnte. Ich machte circa 20 Köpfe.
Auf diesen beiden Bildern sieht man das Endergebnis. Ich hatte vier unterschiedliche Körper und Blumen für vier unterschiedliche Lebensstadien gemacht. Für die verwelkte Blume ganz links hatte ich auch noch eine paar einzelne Blätter gefilzt. An den einzelnen Blumen wurden auch wieder Magnete festgemacht, so dass ich diese austauschen konnte.
Der wohl zeitaufwendigste Teil war es, allen grünen Köpfen Gesichter daraufzufilzen. Hier sieht man das Endergebnis. Schlussendlich brauchte ich für den Film nicht alle Gesichter gebraucht. Das Ganze war eine riesige Lernerfahrung. Ich filzte eine Hummel, da ich mich entschieden hatte, in meinen Film auch noch eine Hummel einzubauen. Sie sollte die kindliche Neugierde der Blume zeigen.
Bei den Hintergründen hielt ich es simpel. Ich filzte eine Sonne und Wolken. Diese konnte ich dann mit Magneten auf einer blauen Filzmatte hin und her bewegen.
Bei den Monden des Nachthimmels ging es auch ohne Magnete, da diese relativ leicht waren und gut an der Filzmatte hielten. Ich filzte viele kleine Sterne in die Filzmatte und schon war mein Nachthimmel fertig.
An die Hintergründe klebte ich Karton, so dass sie beim Filmen stehen würden.
Auf eine grüne Filzmatte filzte ich Wollbüschel, um Gras für den Boden zu imitieren.
Den verwelkten Boden machte ich, indem ich braune Wolle auf die Grüne legte.
Zum Schluss filzte ich noch eine Giesskanne, die die Blume giessen sollte.
Für das Filmset stellte ich ein einfaches Handystativ auf einen Hocker. Von meiner Grossmutter holte ich mir eine Lampe, die man gut im Winkel verstellen konnte. So konnte ich das Set optimal beleuchten. Dann machte ich mich an die mehrstündige Dreharbeit meines Stop-Motion-Filmes mithilfe der Stop-Motion Studio App auf meinen Smartphone.
Um einen Fliesseffekt bei der Blumenbewässerung zu erzeugen, filzte ich mehr und mehr blaue Filzkügelchen an meine Giesskanne.
Bevor ich eine Szene aufnahm, überlegte ich mir vorher immer kurz, wie das Ganze am Schluss aussehen sollte. Dann nahm ich ein paar Fotos auf und schaute mir das Video kurz an, um nachzukontrollieren, ob alles passte.
Als ich fertig war mit meinem Film und gewisse Szenen noch etwas ausgebessert hatte, übertrug ich den ganzen Film auf Adobe Rush, um dort die Musik, Titel und Abspann einzufügen. Thematisch wollte ich für die Musik etwas Träumerisches, aber auch Melancholisches. Da ich meinem Werk einen weiteren persönlichen Touch hinzufügen wollte, entschied ich mich, eine meiner Gesangsaufnahmen für den Soundtrack zu nehmen. Hierfür wählte ich das Lied «Après un rêve» von Gabriel Fauré. Es hat eine sehr surreale und träumerische Stimmung.

Fazit

Nochmals würde ich eine so aufwendige Semesterarbeit nicht machen. Sie brauchte viel Skill, sowohl im filmtechnischen, als auch im handwerklichen Bereich. Und vor allem brauchte sie viel Zeit. Ich wollte ein so aufwendiges Projekt in einen viel zu kleinen Zeitrahmen packen, was keine gute Idee war. Doch die Erfahrung und das Produkt waren es Wert. Ich hoffe, dass der Film euch auf eine kleine Reise durch das Leben einer Pflanze mitnehmen kann.