Gefangene Zeit

Meine Arbeit stellt Seifenblasen dar. Es wurde entwickelt, um neben einem Fenster aufgehängt zu werden und von direktem Sonnenlicht angestrahlt zu werden. Wenn das Sonnenlicht auf die Seifenblasen trifft, erzeugen sie ein faszinierendes Spiel aus irisierenden Farben. Das Modell soll die Kindheit und Freude symbolisieren und diese festhalten. Im Gegensatz zu Seifenblasen, die innerhalb wenigen Sekunden zerplatzen, hält dieses Modell diesen magischen Moment in der Zeit an und gibt dir die Möglichkeit, es zu bewundern.
Das Modell besteht aus transparenten Kugeln, die an dünnen Nylonfäden befestigt sind. Jede Kugel wurde mit Epoxy Resin hergestellt. In jeder Kugel sind verschiedene Materialen enthalten, um den irisierenden Effekt zu erzeugen. Die Kugeln sind in unterschiedliche Grössen gestaltet, damit es ein interessanter und ästhetischer Eindruck erzeugt. Zudem wird das realistische Erscheinungsbild so durch besser dargestellt.
Kontext
Da ich Schwierigkeiten hatte, die Farben der Seifenblasen schnell genug wahrzunehmen, wollte ich einen Weg finden, die Seifenblasen darzustellen und ihre irisierenden Farben festzuhalten. Ich wollte etwas erschaffen, das im realen Leben nicht möglich ist: Die Zeit anhalten, um die Schönheit der Seifenblasen einzufangen und sie als Ganzes geniessen zu können.
Jeder wird beim Anblick von Seifenblasen an seine Kindheit erinnert. Sie symbolisieren nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Freude und Erinnerungen, die wir gerne für immer behalten möchten. Das Betrachten der Seifenblasen weckt nicht nur nostalgische Gefühle, sondern erinnert uns auch daran, die kleinen Freuden des Lebens zu geniessen. Wir konzentrieren uns nur auf die grossen Sachen im Leben, aber nehmen wir uns auch mal Zeit für die kleinen und vergänglichen Momente, um die zu schätzen und zu geniessen.
Mit meiner Arbeit möchte ich die Möglichkeit geben, ein paar Minuten zu nehmen und über diese schönen Kindheitserinnerungen nachzudenken, für welche man leider fast keine Zeit mehr hat. 
Themenfindung
Ich begann mit einem Mindmap und wählte das Thema Astronomie aus, das mich momentan besonders interessiert. Ich notierte alle Gedanken, die mir dazu einfielen. Dabei kam mir den Begriff „Irisieren“ in Sinn, welcher meine Aufmerksamkeit erweckte.
Daraufhin erstellte ich ein zweites Mindmap, um mehr Gedanken über das Thema zu sammeln. Durch eine kurze Recherche fand ich heraus, dass das Irisieren durch die Brechung und Inferenz des Lichts entsteht und vom Betrachtungswinkel abhängt. Um das Phänomen besser zu verstehen, führte ich Experimente mit unterschiedlichen Gegenständen durch. Ich verwendete CDs, Glasscherben und Seifenblasen, um das Farbspiel auszuprobieren. Ich versuchte, die Farben aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Dabei wurde mir deutlich, wie sie sich kontinuierlich veränderten. Allerdings stellte ich fest, dass es schwierig war, die Farben bei den Seifenblasen schnell genug wahrzunehmen, bevor sie zerplatzten. Diese Beobachtung brachte mich zu der Idee für meine Arbeit.
Entwicklung der Idee
Aufgrund meiner bisherigen Arbeiten wusste ich, dass ich mich gerne herausfordern möchte. Normalerweise bleibe ich beim Zeichnen, da dies der sicherere Weg ist. Doch bei dieser Arbeit wollte ich mich bewusst herausfordern und entschied mich daher dafür, ein Modell zu erstellen.
Nachdem ich mein Thema ausgewählt hatte und eine grobe Idee hatte, skizierte ich wie sie aussehen sollten. Mir waren die irisierenden Farben und die verschiedenen Grössen wichtig, um das realistische Erscheinungsbild zu erzeugen.

Danach stellte ich mir die Frage, wie ich meine Idee umsetzen sollte. Ich überlegte, mit Ton oder mit einem Ballon zu arbeiten, doch keiner der beiden Optionen hatte die Transparenz, die ich mir wünschte. Schliesslich kam mir die Idee mit Epoxy Resin zu arbeiten. Dann kam die Überlegung, wie ich den Effekt des Irisierens und ihre Farben darstellen könnte. Beim Überlegen kam mir in Erinnerung, dass wir im Kindergarten Regenbogen-Fensterfolien auf den Fenstern hatten, welche beim Sonnenlicht das ganze Zimmer mit Regenbogenfarben färbte. Ich besorge mir diese Folie und ich benutzte auch irisierendes Cellophan Geschenkpapier. 
Praktische Arbeit
Nachdem ich die benötigten Materialen gesammelt hatte, begann ich mit meinem ersten Versuch mit dem Epoxy Resin. Mein Ziel war es, sicherzustellen, dass es wie gewünscht funktioniert. Leider traten mir dabei einige Probleme auf. Ein Problem mit dem Resin war, dass viele Luftblasen an der Oberfläche auftauchten. Mir wurde bewusst, dass, um ein ästhetisch ansprechenderes Ergebnis zu erzielen, musste ich die Gussformen in mehreren Schritten unterteilen, um die Folien besser verteilen zu können. Dies brauchte jedoch viel Zeit, da jeder Schritt 24 Stunden zum Trocknen benötigte.
Für meinen zweiten Versuch wollte ich meine Fehler beseitigen. Ich entschied mich dafür, sieben Kugeln mit meiner neuen Taktik anzufertigen. Zuerst konzentrierte ich mich auf die erste Hälfte jeder Kugel, in dem ich die klein geschnittenen Folien in der Gussform positionierte. Nachdem das Harz eine gewisse Härte erreicht hatte, goss ich die zweite Hälfte in die Gussform. Ich hatte vor, die Ränder, die nicht so schön geworden waren anzuschleifen, aber ich merkte, dass dies den Glanz der Kugeln beeinträchtigen würde. Ich konnte mich jedoch damit rechtfinden.
Schlussendlich bohrte ich Löcher in die Kugeln und befestigte Nylonfäden mit Sekundenkleber daran. Ich hängte mein Modell neben einem Fenster auf, um die natürliche Lichtquelle zu nutzen, bei der das Modell am besten zur Geltung kam.

Reflexion
Ich bin sehr zufrieden mit meiner Arbeit. Ich habe nicht nur etwas Neues entdeckt und gelernt, sondern mich auch aus meiner Komfortzone herausgewagt. Ich habe den Eindruck von Seifenblasen geschafft und ihre irisierende Farbe, die ich mir erwünscht habe. Das Aufhängen des Modells verlief ebenfalls problemlos. Das nächste Mal würde ich ein Material benutzen, welches nicht so lange Tröcknen muss wie der Epoxy Resin. Beim Giessen würde ich nächstes Mal ein bisschen sorgfältiger, damit aus der Mitte der Gussform, nichts ausfliesst. Damit könnte ich auch das Schleifen verhindern und den Glanz behalten.