Im Fokus meiner Arbeit steht die Lorze. Ziel ist es mit einer kleinen Anzahl Bildern eine fotografische Visualisierung der Nutzung dieses Gewässers über die vergangenen 180 Jahren zu versinnbildlichen. Ich lege Wert auf selbst geknipste Bilder, deren Aussagekraft, deren Farbwahl und deren Anordnung. Sie sollen gesellschaftliche Interessen und im weiteren Sinn die Entwicklung des Kantons Zug aufzeigen. Zeitzeugen aus der Industrialisierung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und die Entwicklung Zugs zu einem wohlhabenden Wirtschaftsstandort mitten in Europa sollen aufgrund der Bodenbedeckung entlang der Lorze erkennbar sein. Der Renaturierung kommt eine grosse Bedeutung zu. Das fertige Produkt soll wortlos wie ein Gemälde Interesse wecken und Diskussionen anregen.
METAMORPHOSE DER LORZE
Laurin Grau
Kontext (gesellschaftlich, persönlich)
Das Gewässer, das dem Ägerisee entspringt, den Zugersee passiert und schliesslich in der Reuss mündet, hat mein Leben von Beginn an geprägt. Aufgewachsen in Hagendorn war die Lorze Begegnungszone und Abkühlung zugleich. Aufgrund der grossen Nachfrage gestaltete die Gemeinde vor einigen Jahren einen wunderschönen Einstieg ins kühle Nass. Wir nennen es das „Lorzenparadiesli“. An sonnigen Wochenenden trifft man dort halb Hagendorn an. Die Lorze symbolisiert für mich Leben, Natur und Erholung. So war für mich klar, dass sich meine BG-Projekt diesem Thema widmen wird.
Etwas flussaufwärts vom Dorfkern zeugen die ehemalige Spinnereifabrik mit den denkmalgeschützten Kosthäuseren und die Papieri Cham von der Industriegeschichte des Kanton Zugs, welche vor rund 180 Jahren Einzug hielt. Damals war Zug der am stärkstem industrialisierte Kanton. Viele Fabriken entstanden an der Lorze, und der Fluss wurde nahezu überall in die Schranken gewiesen. Den historischen Teil dieser Entwicklung hebe ich mit einem Schwarz-Weiss Bild hervor. Es soll die Vergangenheit, die harte Arbeit, die Einverleibung der Natur und vielleicht auch die etwas düstere Zeit aufzeigen. Ich habe dafür ein Bild von der neugestalteten Papierfabrik in Cham ausgewählt. Für mein Projekt bin ich übrigens mit dem Fahrrad den ganzen Flussverlauf von unten nach oben abgefahren. Die Kanalisierung der Lorze als Folge der Industrialisierung ist auch heute entlang des ganzen Flussverlaufs allgegenwärtig.
Aber an gewissen Stellen sind bereits erste Anzeichen einer Renaturierung erkennbar. Der Mensch scheint die Notwendigkeit, der Natur etwas zurückgeben zu wollen, zu realisieren. So wurden z.B. bei der Neugestaltung der Papieri-Überbauung eine Fischtreppe und eine Biberbrücke eingebaut. Und wo früher die Abwasseranlage stand, schlängelt sich heute ein zweiter Flussarm. Dort entstand auch das mittlere Bild. Alles in Schwarz-Weiss bis auf die Grünflächen. Viele Fabriken wurden in den vergangenen Jahren aufgrund der Wirtschaftsentwicklung zweckentfremdet. Güter werden heute billiger im Ausland hergestellt und die leergewordenen Fabriken werden in Wohnraum umfunktioniert. Und so ist es naheliegend, dass neue Grünflächen entstehen. Grünflächen und Pflanzen holen die historische Vergangenheit ein. Persönlich gefällt mir diese Symbiose von Wohnen am Wasser und Natur sehr. Zug wandelte sich in den vergangenen Jahrzehnten von einem Industriestandort zu einem Wirtschaftsstandort, oder von einem Fabrik- zu einem Work-Life-Gelände.
Im Gebiet Höllhäusern und der Ziegelhütte in Baar wurde die Lorze grosszügig renaturiert. Statt künstlich schnurgerade, darf die Lorze heute in ihrem alten Bett fliessen. In grosszügigen Kurven mit natürlichen Ufern schlängelt sie sich Richtung Zugersee. Die geringere Fliessgeschwindigkeit begünstigt die Bildung kleiner Inseln und Kiesbänke. Diese Renaturierung ist auch gesellschaftlich von grosser Bedeutung. In diesem Gebiet erholen sich heute auch Menschen von ihrem Alltag. Das Gebiet symbolisiert für mich Freiheit und Lebensqualität, aber auch Wohlstand und gesellschaftlicher Wandel. Dafür steht mein drittes Bild. Ein Farbfoto bei dem grün dominiert.
Etwas flussaufwärts vom Dorfkern zeugen die ehemalige Spinnereifabrik mit den denkmalgeschützten Kosthäuseren und die Papieri Cham von der Industriegeschichte des Kanton Zugs, welche vor rund 180 Jahren Einzug hielt. Damals war Zug der am stärkstem industrialisierte Kanton. Viele Fabriken entstanden an der Lorze, und der Fluss wurde nahezu überall in die Schranken gewiesen. Den historischen Teil dieser Entwicklung hebe ich mit einem Schwarz-Weiss Bild hervor. Es soll die Vergangenheit, die harte Arbeit, die Einverleibung der Natur und vielleicht auch die etwas düstere Zeit aufzeigen. Ich habe dafür ein Bild von der neugestalteten Papierfabrik in Cham ausgewählt. Für mein Projekt bin ich übrigens mit dem Fahrrad den ganzen Flussverlauf von unten nach oben abgefahren. Die Kanalisierung der Lorze als Folge der Industrialisierung ist auch heute entlang des ganzen Flussverlaufs allgegenwärtig.
Aber an gewissen Stellen sind bereits erste Anzeichen einer Renaturierung erkennbar. Der Mensch scheint die Notwendigkeit, der Natur etwas zurückgeben zu wollen, zu realisieren. So wurden z.B. bei der Neugestaltung der Papieri-Überbauung eine Fischtreppe und eine Biberbrücke eingebaut. Und wo früher die Abwasseranlage stand, schlängelt sich heute ein zweiter Flussarm. Dort entstand auch das mittlere Bild. Alles in Schwarz-Weiss bis auf die Grünflächen. Viele Fabriken wurden in den vergangenen Jahren aufgrund der Wirtschaftsentwicklung zweckentfremdet. Güter werden heute billiger im Ausland hergestellt und die leergewordenen Fabriken werden in Wohnraum umfunktioniert. Und so ist es naheliegend, dass neue Grünflächen entstehen. Grünflächen und Pflanzen holen die historische Vergangenheit ein. Persönlich gefällt mir diese Symbiose von Wohnen am Wasser und Natur sehr. Zug wandelte sich in den vergangenen Jahrzehnten von einem Industriestandort zu einem Wirtschaftsstandort, oder von einem Fabrik- zu einem Work-Life-Gelände.
Im Gebiet Höllhäusern und der Ziegelhütte in Baar wurde die Lorze grosszügig renaturiert. Statt künstlich schnurgerade, darf die Lorze heute in ihrem alten Bett fliessen. In grosszügigen Kurven mit natürlichen Ufern schlängelt sie sich Richtung Zugersee. Die geringere Fliessgeschwindigkeit begünstigt die Bildung kleiner Inseln und Kiesbänke. Diese Renaturierung ist auch gesellschaftlich von grosser Bedeutung. In diesem Gebiet erholen sich heute auch Menschen von ihrem Alltag. Das Gebiet symbolisiert für mich Freiheit und Lebensqualität, aber auch Wohlstand und gesellschaftlicher Wandel. Dafür steht mein drittes Bild. Ein Farbfoto bei dem grün dominiert.
Anfänglich wollte ich zum Thema Naturkatastrophen eine Arbeit machen. Ich habe ein Mind-Map zum Begriff "Naturkatastrophen" erstellt. Dazu habe ich verschiedenes Kartenmaterial des Kantons Zug beigezogen und bald realisiert, dass mich die von Menschenhand gemachten Natureingriffe viel mehr interessieren. Im Laufe meiner Recherchen bin ich dann auf die Industrialisierung im Kanton Zug gestossen und auch hängen geblieben. Ich habe dazu alte Zeitungsartikel gefunden und mich weiter auf Internetseiten wie industriepfad-lorze.ch und industriegeschichte-zug.ch informiert.
Anstelle von Skizzen habe ich mit verschiedenen Kameraeinstellungen experimentiert. Das fertige Produkt sollte eine Art Metamorphose ausstrahlen und in sich stimmig sein. Aus den vier unternommenen Foto-Sessions habe ich dann die besten drei Fotos ausgewählt und auf einem schwarzen Hintergrund platziert. Die Anordnung wiedergibt einen Zeitstrahl.
Anstelle von Skizzen habe ich mit verschiedenen Kameraeinstellungen experimentiert. Das fertige Produkt sollte eine Art Metamorphose ausstrahlen und in sich stimmig sein. Aus den vier unternommenen Foto-Sessions habe ich dann die besten drei Fotos ausgewählt und auf einem schwarzen Hintergrund platziert. Die Anordnung wiedergibt einen Zeitstrahl.
Fazit
Ich bin mit dem Ergebnis meiner Arbeit sehr zufrieden. Die Visualisierung lädt zum Nachdenken und Philosophieren ein. Besonders gefällt mir die simple Anordnung und der Übergang vom Schwarz-Weiss-Bild zum Farbbild. Die angestrebte Metamorphose ist deutlich erkennbar.
Auch der starke Bezug zu meiner Region und derer Vergangenheit entspricht mir. Man erkennt, dass eine intakte Natur viel mit Wohlstand, Zufriedenheit, Sicherheit und Freiheit zu tun hat. Auch der gesellschaftliche und wirtschaftliche Wandel sticht deutlich heraus. So steht jedes Renaturierungsprojekt steht auch für Fortschritt, Umsicht und Zukunft.
Auch der starke Bezug zu meiner Region und derer Vergangenheit entspricht mir. Man erkennt, dass eine intakte Natur viel mit Wohlstand, Zufriedenheit, Sicherheit und Freiheit zu tun hat. Auch der gesellschaftliche und wirtschaftliche Wandel sticht deutlich heraus. So steht jedes Renaturierungsprojekt steht auch für Fortschritt, Umsicht und Zukunft.









