RUSH

Worum geht es?

Rush ist ein Kurzfilm, der von zwei verschiedenen Räuschen handelt und zieht parallelen zwischen den beiden. Dem Rausch des Lebens und einem Drogenrausch. Der Film verfolgt einen Charakter und bildet eine Schlaufe.

Prozess

Ausganslage

Mir war sehr schnell klar, dass ich einen Kurzfilm drehen möchte, welcher von Räuschen handelt. Ich fand diesen Kontext, das Verzerren der Realität, sehr spannend umzusetzen.

Bei dem Moodboard setzte ich mich mit dem Thema Rausch auseinander. Der Drogenrausch aber auch der Konsum-/Industrierausch, der Rausch des Lebens, waren mir sehr wichtig. Gerade die Verbindung dieser beiden wurde danach schnell zu meinem Thema.

Inspirationen nahm ich vor allem für den animierten Teil des Films. Und zwar von dem YouTube-Kanal «Aby Womow». Seine gruseligen Animationen, aber am meisten die Atmosphäre der Videos hatten mich sehr inspiriert. Daher kam auch der Gedanke, den ganzen Film recht simpel zu halten. Dadurch soll der Film noch persönlicher auf den Zuschauer wirken.

Auch andere Kurzfilme auf YouTube wie «Happiness» von Steve Cutts waren eine Inspiration. Der Allgemeine Aufruf gegen unsere Lebensweise und Industrialisierung, welcher Heutzutage im Internet recht präsent ist, hat mich inspiriert.

Kontexte

Gesellschaftlicher Kontext: Der Rausch des Lebens ist ein Rausch, der oft gar nicht anerkannt wird. Während Drogenräusche einerseits verhasst sind und andererseits Regelmässig als Ausbruch aus dem Rausch des Lebens verwendet werden: beides wird missverstanden. Ein Drogenrausch ist auch nur ein weiterer Rausch und führt am Ende zu nichts. Und der Rausch des Lebens sollte auch nicht unterschätzt werden. Die Wahrheit und die Natur aufgrund zu vielen abstrakten Konstrukten der Menschheit nicht mehr wahrzunehmen, dieser Rausch bringt auch nichts.

Persönlicher Kontext: Ich kenne das Gefühl im Rausch zu sein, vor allem im Alltag. Meisst kommt es ganz unerwartet und fühlt sich sehr unnatürlich an. Ich kenne das Streben nach einem Ausbruch, einer Pause. Ich weiss aber auch, dass Drogen keine Pause geben. Ob ein Rausch etwas Gutes ist oder nicht, kann ich nicht sagen. Mir ist nur wichtig, dass man beide Räusche als fundamental gleich ansieht.

Entwicklung der Idee

Früh war mir klar, dass es im Film um einen Hauptcharakter gehen soll, welcher zuerst im Rausch des Lebens gefangen ist und danach in einen Drogenrausch gerät. Die filmischen Elemente sollen sich ähnlich sein, auch wenn etwas anderes im Bild ist. Die Realität soll jeweils erst hektisch und dann abstrahiert dargestellt werden. Für die Hektik sorgen Schnittmittel und für den abstrakten Teil simple Animationen, die in die Welt eindringen. Am Ende soll der Film eine Schlaufe bilden. Ausserdem soll er in der Natur starten und aufhören, dem Ursprung aller Lebens.

Dokumentation der praktischen Arbeit

Zum Anfang meines Arbeitsprozesses, machte ich mir sehr viele Gedanken, wie ich mein Thema umsetzen möchte. Für die Medien überlegte ich mir anfangs ein Virtual-Reality-Video zu erstellen, welches dann mit einer VR-Brille geschaut werden kann.

Nachdem ich viel in der 3D Modeling Software Blender ausprobierte, wurde mir klar, dass eine solche Präsentierung nur viel Aufwand mit sich bringen würde und fokussierte mich stärker auf den Film. Ich machte mir ein ungefähres Storyboard.

Für den Rausch des Lebens fokussierte ich mich anfangs auf Werbungen, jedoch war der Drogenrausch von Anfang an recht klar.

Hier die einzelnen Beschreibungen zu dem Drogenrausch, wobei ich einiges davon nicht genau so umsetzte.

Zudem machte ich mir auf der App «Notizen» immer wieder Gedanken.

Als ich mir auch überlegte, Musik im Film abzuspielen, erstellte ich eine weitere Seit auf Onenote.

Ausserdem investierte ich viel Zeit darin, Adobe Animate, After Effects und Premiere Pro zu verstehen. Für Animate machte ich erste Animationen.

Für After Effects experimentierte ich erst mit der Überlagerung von Animate-Dateien und Videos.

Daraufhin experimentierte ich mit Motion-Tracking, welches mir später geholfen hat, das Gesicht des Hauptcharakters zu verdecken

Glücklicherweise hatte ich einige Grundkenntnisse von Premiere Pro, sodass ich Effekte, die mir neu waren, sehr einfach anwenden konnte.

Schlussendlich ging es ans Filmen. Für den Rausch des Lebens hatte ich bereits einige Fotos gemacht und Nachdem ich mit einem Freund einen Nachmittag lang und bis in die Nacht für den Drogenrausch gefilmt hatte, war auch dieses Rohmaterial fertig. Ich filmte und fotografierte jeweils alles mit meinem Handy, da es eine Ausreichende Qualität besitzt, weil ich es immer dabeihabe und weil es sehr einfach war, Dateien zu übertragen.

Beim Schneiden und Zusammenstellen des Films, wurde mir bewusst, dass ich neben der Musik noch andere Sounds einfügen sollte, um die Spannung etwas zu umrahmen. Gerade an den Stellen bei denen Keine Musik zu hören ist. Als Sounds benutzte ich vor allem Schallplattenknistern Tiefen Synth und «brown noise», was etwas wie «white noise» ist, jedoch mit verstärkten tiefen Frequenzen.

Für den Fall am Ende erstellte ich selbst etwas mit «Cakewalk», einem kostenlosen DAW-Programm, mit dem ich bereits viel Erfahrung hatte. Dieser geht musikalisch gut in «Walk On the Wild Side» von Lou Reed über.

Gestalterische Entscheidungen

Da ich Anfangs sehr breit getestet hatte und mir sehr viel Gedanken machte, musste ich mich mit der Zeit sehr einschränken. Wie man vielleicht ab den Ideensammlungen erkennen kann, hat es leider nicht alles in den Film geschafft. Dies vor allem deswegen, weil die Arbeit sehr viel Zeit in Anspruch genommen hat. Ein grosser Wendepunkt war, dass ich anfangs alles sehr artistisch darstellen wollte. Als mir klar wurde, dass dies zeitlich nicht möglich ist, entschied ich mich für eine andere Herangehensweise:

Mit den Erwartungen des Zuschauers zu spielen. Bis zum Ende des Rauschs des Lebens wirkt der Film wie ein Musikvideo mit verschiedenem Videomaterial aus dem heutigen Leben. Am Ende des Segments wird der Rausch selbst personifiziert. Er ist dabei die Realität zu übernehmen und wirkt dabei sehr fremd. Für den Start des Drogenrausches scheint er nirgendwo zu sehen zu sein, bis er dann vom Charakter aufgenommen und mit dem Sprung komplett ausgelebt wird. Danach findet sich der Charakter wieder am Anfang. So soll gezeigt werden, dass ein Rausch einen nicht weiterbringt.

Auf diese exakte Interpretation des Grundthemas kam ich erst nach vielem Überlegen und evaluieren meiner Fähigkeiten und übrigen Zeit.

Fazit

 

Ich bin sehr zufrieden mit der Arbeit, da ich meine Anfangsidee umsetzen konnte. Jedoch muss ich gestehen, dass ich mir am Anfang auch sehr viele Ideen und Ziele aufgeschrieben habe, die dann schlussendlich nicht im Film vorkommen. Bin ich dadurch enttäuscht? Nein, denn diese vielen Gedanken waren nötig, um mir einen Weg zu suchen, das Thema überhaupt umzusetzen. Klar hätte ich von Anfang an etwas anders gearbeitet, wenn mir bewusst gewesen wäre, wieviel Zeit das alles in Anspruch nimmt. Dennoch bin ich zufrieden damit, wie ich meine Zeit genutzt habe.